Automatisierung mit Cobots

Cobot-Schweißzellen für wechselnde Bauteile

Ein kollaborativer Roboter arbeitet direkt neben Ihren Mitarbeitenden, lässt sich in Minuten umrüsten und rechnet sich schon bei kleinen Losgrößen. Für Betriebe, die viele Varianten und wenig Platz haben.

Worum es geht

Was eine Cobot-Schweißzelle ausmacht

Ein Cobot (von collaborative robot) ist ein Leichtbauroboter, der so konstruiert ist, dass er sich den Arbeitsraum mit Menschen teilen kann. Statt hinter einem Schutzzaun zu stehen, arbeitet er auf oder neben dem Schweißtisch. Er wird nicht klassisch programmiert, sondern meist von Hand geführt: Man fährt die Naht einmal ab, speichert die Punkte und passt Parameter am Bediengerät an.

Für die Schweißtechnik heißt das vor allem eines: Das Umrüsten auf ein neues Bauteil dauert Minuten statt Stunden. Genau deshalb lohnt sich ein Cobot dort, wo klassische Roboterzellen zu unflexibel sind, nämlich bei vielen Varianten und überschaubaren Stückzahlen.

  • Handgeführt statt programmiert
  • Umrüsten in Minuten
  • Teilt den Arbeitsraum mit Menschen
  • Passt auf kleine Flächen
RBW Cobot mit Schweißbrenner auf der Magnetbasis über dem Spanntisch
RBW Cobot auf dem Spanntisch, umsetzbar per Magnetbasis

Einordnung

Wann sich ein Cobot lohnt, wann nicht

Spricht für den Cobot

  • Viele Bauteilvarianten, häufiger Wechsel
  • Kleine bis mittlere Losgrößen statt Massenfertigung
  • Wenig Hallenfläche, kein Platz für eine eingezäunte Zelle
  • Bedienung soll beim eigenen Team bleiben, ohne Roboterprogrammierer
  • Die Zelle soll später an einen anderen Platz umziehen können

Spricht für den Industrieroboter

  • Hohe Stückzahlen im gleichbleibenden Takt
  • Kurze Taktzeiten sind das wichtigste Ziel
  • Große, schwere Bauteile und lange Nähte
  • Reichweite über etwa 1,3 Meter wird gebraucht
  • Der Prozess läuft ohnehin abgeschottet

Beides schließt sich nicht aus. Welche Bauart passt, klärt sich am schnellsten an Ihrem konkreten Bauteil. Genau dafür gibt es den Konfigurator.

Aufbau

Was zu einer Zelle gehört

Eine Schweißzelle ist mehr als der Roboter. Diese Bausteine stimmen wir aufeinander ab, je nach Bauteil und Verfahren.

  • Roboter

    Kollaborativer Leichtbauroboter von RBW, FANUC oder Universal Robots. Auswahl nach Reichweite, Traglast und Bediengerät.

  • Schweißstromquelle

    MAG, WIG oder beides, abgestimmt auf Werkstoff und Blechdicke. Wir arbeiten mit Kemppi, Fronius und Migatronic.

  • Brenner und Drahtvorschub

    Roboterbrenner, Drahtvorschub und Schnellwechselsysteme von Dinse, damit der Wechsel im Betrieb schnell geht.

  • Positionierer

    Dreh- oder Wendevorrichtung, damit die Naht immer in günstiger Lage liegt. Ein- oder zweiachsig, je nach Bauteil.

  • Vorrichtung

    Aufnahme, die das Bauteil wiederholgenau positioniert. Feste Vorrichtung oder Nullpunktspannsystem für schnellen Wechsel.

  • Sicherheit und Absaugung

    Blendschutz, Not-Halt und Rauchabsaugung. Umfang und Ausführung ergeben sich aus der Risikobeurteilung.

Aus der Nähe

So sieht eine Cobot-Lösung aus

Roboter, Stromquelle, Brenner und Absaugung als abgestimmte Einheit. Aufnahmen einer Anlage, wie wir sie ausliefern.

Fertig geplant

Unsere Cobot-Standardzellen

Zwei Zellen, die wir immer wieder bauen. Zusammenstellung, Technik und Preis stehen fest. Wir halten die Zellen vor: heute bestellt, kurzfristig geliefert, ohne Planungsrunde.

WSH Cobot S: RBW Cobot mit Stromquelle und Absaugung

WSH Cobot S

Die kleinste Lösung für wechselnde Bauteile und kleine Serien.

Im Lieferumfang

  • RBW Cobot mit Schweißbrenner
  • Schweißtisch mit Lochraster
  • Stromquelle MIG/MAG
  • Bedienung ohne Roboterkenntnisse

ab 40.000 €

RBW Cobot mit Schweißbrenner am Handgelenk

WSH Cobot L

Wie die S, mit größerem Arbeitsbereich und Drehtisch für rundum zugängliche Nähte.

Im Lieferumfang

  • RBW Cobot mit Schweißbrenner
  • Großer Schweißtisch mit Lochraster
  • Stromquelle MIG/MAG
  • Drehtisch für die Bauteillage

Preis auf Anfrage

Aus der Praxis

Cobots in echten Projekten

Cobot-Zellen arbeiten ohne trennenden Zaun und lassen sich zwischen Bauteilen umrüsten. Diese drei Anlagen zeigen die Bandbreite von Aluminium bis Verfahrensprüfung.

Techniker beim Aufbau der Cobot-Schweißzelle mit FANUC CRX

Automobilzulieferer

FANUC CRX für Aluminium, mit Push-Push-Vorschub für den weichen Draht.

RBW Schweißroboter mit Brenner vor der WSH Automation Messewand

Wehrtechnik

RBW Cobot mit Kemppi AX Stromquelle, aufgebaut für Verfahrensprüfungen.

Roboterarm mit Schweißbrenner, im Hintergrund Laserquelle und Kemppi Stromquelle

Wehrtechnik

Derselbe Roboter im Einsatz, Brenner und Zuführung aus der Nähe.

Wichtig zu wissen

Ohne Schutzzaun heißt nicht ohne Schutz

Ein Cobot darf sich den Arbeitsraum mit Menschen teilen. Das gilt aber für den Roboter, nicht automatisch für die Anwendung. Beim Schweißen kommen Lichtbogen, Hitze, Spritzer und Rauch dazu, und die brauchen unabhängig vom Robotertyp eigene Schutzmaßnahmen.

Für jede Zelle gehört deshalb eine Risikobeurteilung dazu, aus der sich der konkrete Schutzumfang ergibt: Blendschutz, Abschrankung, Absaugung und die Parameter für Geschwindigkeit und Kraft. Das planen wir mit ein, bevor die Anlage gebaut wird.

Kurz gefragt

Häufige Fragen dazu

Ab welcher Stückzahl lohnt sich ein Cobot?

Das hängt weniger an der Stückzahl als an der Wiederholung. Sobald ein Bauteil regelmäßig wiederkommt und die Nähte gleich bleiben, kann sich die Automatisierung rechnen, auch bei kleinen Serien. Entscheidend sind Taktzeit, Nacharbeit und wie oft umgerüstet wird.

Braucht mein Team eine Programmierschulung?

Nein, keine klassische Roboterprogrammierung. Cobots werden meist von Hand geführt und über ein Bediengerät eingerichtet. Wir schulen Ihre Mitarbeitenden direkt an der eingebauten Anlage, damit sie neue Bauteile selbst anlegen können.

Wie viel Platz braucht eine Cobot-Zelle?

Deutlich weniger als eine eingezäunte Roboterzelle, oft reicht die Fläche eines größeren Schweißtisches. Den genauen Bedarf bestimmen Reichweite des Roboters, Bauteilgröße und der gewählte Positionierer.

Kann der Cobot auch Aluminium oder Edelstahl schweißen?

Ja. Der Werkstoff bestimmt vor allem Verfahren und Stromquelle, nicht den Robotertyp. Für Edelstahl und Aluminium kommen häufig WIG oder spezielle MAG-Prozesse zum Einsatz, bei dünnen Blechen auch das Laserschweißen.

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Passt das zu Ihrem Bauteil?

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